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9 April 2020

Thomas de Saint-Seine

RAM Active Investments  RAM (Lux) Systematic Funds - European Equities Maxime Botti Partner & Senior Systematic Equity Fund Manager

Der RAM (Lux) Systematic Funds – European Equities Fund verlor 19,46%* (Anteilsklasse Ip-EUR – nach Gebühren), der MSCI Europe TRN gab dagegen um 14,35% nach. Europa wurde zum Epizentrum der Coronavirus-Pandemie, wobei die meisten bestätigten Fälle in Italien, Frankreich und Spanien auftraten. Mit dem stetigen Anstieg der Todesfälle stieg auch die Notwendigkeit umfangreicher Unterstützungsmaßnahmen seitens der Regierungen und Zentralbanken. Die Auswirkungen auf die europäische Wirtschaft waren gravierend. Die Wirtschaftstätigkeit sank auf ein Rekordtief und das verarbeitenden Gewerbe sowie der Dienstleistungssektor büßten kräftig ein (der europäische Einkaufsmanagerindex erreichte mit 31,4 den niedrigsten Stand aller Zeiten). Die EZB kündigte weitere Anleihekäufe in Höhe von 750 Milliarden Euro an, während Deutschland 150 Milliarden Euro an zusätzlichen Schulden aufnahm und einen Rettungsschirm mit einem Volumen von 600 Milliarden Euro aufspannte. Großbritannien unternahm ähnliche Schritte mit einer fiskalischen Stimulierung in Höhe von 200 Milliarden Pfund. Der extrem rasante Ausverkauf im März hat auf Fundamentaldaten basierende Strategien (allen voran systematische Manager) in einem ausschließlich liquiditätsgetriebenen Markt kalt erwischt. Der kräftige Volatilitätsanstieg ließ in Verbindung mit dem schlechtesten ersten Quartal für die europäischen Aktienmärkte seit dem Crash von 1987 kaum sichere Nischen. Der wahllose Ausverkauf erinnerte in seiner Heftigkeit an Ende 2008 und wirkte sich unverhältnismäßig stark auf den Schuldenabbau von Small Caps aus, da die Auflösung von Positionen und die Mittelabflüsse aktiver Fondsmanager das Niveau bei passiven Strategien überstiegen. Nachdem Small Caps und Value seit zwei Jahren nicht hatten Schritt halten können, liegen beide Segmente nun am Boden, ähnlich wie Ende 2008. Daher finden wir die Bewertungsniveaus hier zunehmend attraktiv. Unsere Auswahl im Small- und Mid-Cap-Universum hielt bei Weitem nicht mit der Titelauswahl im Large-Cap-Segment Schritt. Dadurch vergrößerten sich die attraktiven Bewertungsunterschiede vieler dieser Titel gegenüber dem restlichen Markt. Wir denken, dass dieser breit angelegte liquiditätsbedingte Ausverkauf nun vorüber ist und erwarten eine kräftige Erholung des Small- und Mid-Cap-Segments, das rund 48% unseres Portfolios ausmacht. Dementsprechend bauen unsere Modelle hier weiterhin Positionen auf. Innerhalb der Value-Strategie bremste die Titelauswahl bei Nicht-Basiskonsumgütern am stärksten, wobei uns vor allem britische Hausbauer teuer zu stehen kamen. Die Momentum-Strategie tendierte anfangs solide, schmälerte das Fondsergebnis unter dem Strich aber ebenfalls. Hier belasteten Basis- und Nicht-Basiskonsumgüter in der Schweiz und in Schweden am stärksten. Der Value-Fokus bescherte uns innerhalb unserer Machine-Learning-Strategie ebenfalls Verluste, die durch Titel aus dem Schweizer Gesundheitssektor und italienischen Finanzsektor zusätzlich verschärft wurden. Der einzige Positivbeitrag kam von unserer Low Vol/Defensive-Strategie, die den rückläufigen Markt übertraf, da die Titelauswahl in Spanien, Großbritannien und Belgien durchweg positiv beisteuerte.

*Quelle: RAM Active Investments