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Anleger dürfen sich nicht zurücklehnen, sondern sollten die Fundamentaldaten im Auge behalten

14 August 2019

Olivier Mulin

RAM (Lux) Tactical Funds - Convertibles Europe

Ein verheißungsvoller Beginn der Berichtssaison für das zweite Quartal sorgte für einen positiven Start in den Monat. Danach gaben die europäischen Aktienmärkte im Vorfeld der Sitzung der Fed und angesichts mangelnder Fortschritte im Handelsstreit zwischen den USA und China nach. Die europäischen Aktienindizes legten zwar leicht zu, doch der Berichtsmonat war auch von höherer Streuung und Volatilität geprägt, da Anleger in dieser Zyklusphase äußerst nervös werden: Jede unter den Erwartungen liegende Veröffentlichung wurde hart bestraft. Das Gegenteil traf aber ebenfalls zu. In diesem Umfeld erzielten defensive Sektoren (Lebensmittel und Getränke, Immobilien und Versorger) gegenüber zyklischen Sektoren (Grundstoffe, Öl und Gas, Banken und Automobile) eine Outperformance. Die Spreads bei europäischen Unternehmensanleihen verengten sich leicht. Zugleich blieben Hochzinsanleihen hinter erstklassigen Anleihen zurück. Die Renditen von Staatsanleihen sanken weiter: Die Rendite 10-jähriger italienischer Staatsanleihen ging um 56 Bp. zurück und übertraf so die Rendite zehnjähriger deutscher Bundesanleihen (-0,11%).

Portfoliobericht

Die Anteilsklasse PI EUR des RAM (Lux) Tactical Funds – Convertibles Europe Fund verzeichnete im Juli eine Nettoperformance von +0,63% und blieb damit 63 Bp. hinter der Benchmark (Exane ECI Europe) zurück. Der Fonds litt unter seiner Untergewichtung in den Sektoren Investitionsgüter (Airbus, MTU Aero Engines) und Technologie (STM). Die Untergewichtung bei Baustoffen (Sika) und Medizintechnik (Qiagen) und die Übergewichtung des Einzelhandelssektors (Carrefour) steuerten dagegen positiv bei.

Am Primärmarkt war es mit der Neuemission einer Wandelanleihe ruhig: Wordline 0% 2026 (600 Mio. EUR). Wir machten einen Bogen um diese nicht mehr ganz günstige Anlage.

Der Markt für Wandelanleihen war von den Übernahmegesprächen zwischen Takeaway.com und Just eat geprägt. Auch wenn sich eine Übernahme durch Aktientausch günstig auf die Finanzkennzahlen von Takeaway.com auswirken wird (Just Eat weist ein positives 12-Monats-EBITDA auf), werden wir auch weiterhin nicht einsteigen. Denn die operativen Synergien sind nur gering, und der Wettbewerb hat sich bereits verschärft, sodass die Preise sinken.

Aus technischer Sicht stieg die implizite Volatilität um 0,8 Punkte leicht auf 28,9%, während die Differenz der impliziten Volatilität zwischen Wandelanleihen und börsennotierten Optionen um 1,4 Punkte auf 6,4 Punkte stieg.

*Quelle: RAM Active Investments