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Die zunehmende Verfügbarkeit von Daten Informationen

10 Oktober 2018

Gilles Pradère

RAM (Lux) Tactical Funds - Global Bond Total Return fund - Gilles Pradère Senior Fund Manager, Fixed Income

 

Während die Risikoprämien im festverzinslichen Bereich im Sommer noch gestiegen waren, gaben sie im September nach. Die Anleihenmärkte der Schwellenländer verzeichneten ausgehend von ihren Tiefstwerten einen Anstieg, während als sichere Häfen geltende Anlagen wie deutsche Bundesanleihen und US-Treasuries eine Underperformance erlebten. Trotz einer moderaten Verengung der Spreads gaben auch erstklassige Unternehmensanleihen nach, während Hochzinsanleihen von einem geringeren Einfluss der Duration und einer moderaten Spreadverengung profitierten.

Zusätzlich im Monatsverlauf erhaltene Informationen trugen zur Verringerung der Risikoprämie bei, während größere Volkswirtschaften weiterhin ein robustes Wachstum erzielten.

In Bezug auf den Handelskrieg einigten sich die USA und Mexiko in den letzten Augusttagen auf eine Umgestaltung der früheren NAFTA-Vereinbarung. Dies ließ die Hoffnung aufkommen, dass sich auch Kanada anschließen würde, was dann letztendlich während der letzten Minuten im September auch geschah. Das neue USMCA-Abkommen scheint sich von der früheren NAFTA-Vereinbarung nicht wesentlich zu unterscheiden. Es unterstreicht jedoch sicherlich, dass die US-Regierung vor allem auf China abzielt, weil das Land ein potenzieller Konkurrent um den Titel der weltweit größten Volkswirtschaft sowie ein strategischer Rivale ist.

So weiteten die USA die Liste der mit Zöllen zu belegenden Produkte um weitere 200 Mrd. USD aus. China tat im Anschluss dasselbe für US-Waren im Wert von 60 Mrd. USD, sodass die Hoffnung auf eine baldige Lösung des Streits gering ist. Weil chinesische Aktien in diesem Jahr 20% verloren haben und bis zur nächsten endgültigen Eskalation im Jahr 2019 noch einige Monate verbleiben, hat der Stress zumindest nicht weiter zugenommen. Da die Wirtschaft weiterhin ein starkes Wachstum erlebt, zeigten USD-Aktien bisher praktisch keine Reaktion, was einige Beobachter überrascht hat. Die Auswirkungen der Zölle waren zusammen mit der Hoffnung, dass noch immer eine Lösung erreicht werden kann, bisher für beide Volkswirtschaften recht begrenzt. Neben einigen anderen politischen Maßnahmen wertet China seine Währung langsam ab, was seine Exporte unterstützt. Weil die Wahrscheinlichkeit eines Szenarios, in dem „mit vollem Einsatz“ gespielt wird, steigt, wäre es jedoch vermessen, erneute Stresssituationen während der kommenden Monate auszuschließen.

Das zweite Thema, das Anlegern Sorgen bereitete, war die italienische Haushaltspolitik. Nachdem die Markterwartungen mit einem Defizit von unter 2% gesteuert worden waren, signalisierte die Regierung gegen Ende September ein enttäuschendes Verhältnis des Defizits zum BIP von 2,4%. Dieser Prozess setzt sich fort, solange jedoch das Szenario eines „Italexit“ nicht eintritt, wird das Risiko eher als landesspezifisch denn als systemisch betrachtet, da in italienischen Staatsanleihen bereits eine Herabstufung eingepreist ist. Längerfristig besteht das Risiko jedoch darin, dass die eingeschlagene Politik keine strukturelle Steigerung des potenziellen Wachstums bewirkt, was Italien während eines Abschwungs anfällig machen würde.

All diese Informationen führten zu dem Bild relativ starker Volkswirtschaften, denen jedoch potenziell große Stresssituationen bevorstehen. Da die Spreads im Allgemeinen eng sind, legen wir weiterhin große Aufmerksamkeit auf die Robustheit unseres Portfolios, und wir warten opportunistisch, bis Risiken unseres Erachtens besser bewertet sind.

Unser traditionelles Portfolio verzeichnete eine Rendite von -0,10% (vor Abzug von Gebühren) weil die Spreadverengung in unterschiedlichen Engagements zusammen mit einer moderaten Duration den Zinsanstieg teilweise kompensierte. Wir nutzten die Gelegenheit der engeren Spreads im USD, um das Engagement in den EUR zu verlagern, wo die Spreads wesentlich attraktiver sind. Auch unsere Positionen in nachrangigen europäischen Banken, die nach der Korrektur im 1. Halbjahr nun eine ordentliche Rendite bieten, weiteten wir moderat aus. Im Gegensatz hierzu verkauften wir einen Teil unserer USD-Bestände in nachrangigen Versicherungen, da der Sektor höheren Renditen stärker ausgesetzt ist. Im Rahmen dieser Veränderungen verringerten wir unsere Duration auf 2,75 Jahre.

In unserem nicht traditionellen Portfolio steigerten Anfang des Monats wir unsere Long-Position in 15-jährigen spanischen gegenüber 10-jährigen französischen Werten. Wir schlossen schließlich auch unsere Long-Position in US-Treasuries gegenüber Swaps, da diese Strategie gegen Ende des Jahres in der Regel eine Underperformance verbucht. Ein weiterer Grund ist die niedrige Nachfrage nach Treasuries trotz der oben diskutierten zahlreichen Stressfaktoren, insbesondere da sich das US-Haushaltsdefizit beträchtlich ausweitet. Unser nicht traditionelles Portfolio verzeichnete eine Rendite von +0,04% (vor Abzug von Gebühren).

Unser Währungsportfolio trug in diesem Monat eine Rendite von +0,13% (vor Abzug von Gebühren) bei. Die schwedische Krone (2% der Vermögenswerte, im Vergleich zum Euro) reagierte nun endlich positiv auf die starken Fundamentaldaten, während die Zentralbank mit einem Kurswechsel begann. Auch unser CAD-Engagement (1% der Vermögenswerte) leistete positive Beiträge. Im Vergleich zu seinen Fundamentaldaten ist der CAD noch immer unterbewertet, insbesondere angesichts der hohen Ölpreise. Da das USMCA-Abkommen nun vereinbart ist, können wir ein weiteres Aufwärtspotenzial erwarten. Beide Engagements behielten wir in diesem Monat unverändert bei.

Am Monatsende lag der RAM (Lux) Tactical Funds – Global Bond Total Return Fund (Klasse B USD) +0,01% im Plus (nach Abzug von Gebühren). Die Duration beträgt 2,75 Jahre, und die durchschnittliche Bonität lag bei A.

 

 * Quelle: RAM Active Investments