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Riesiges US-Fiskalpaket

12 März 2021

Gilles Pradère

RAM (Lux) Tactical Funds - Global Bond Total Return fund - Gilles Pradère Senior Fund Manager, Fixed Income

Im Februar stiegen die Zinsen weltweit recht markant an, insbesondere in den USA, Kanada und Australien, die in der Regel zu eher zyklischen Volkswirtschaften gehören. Folglich verzeichneten Staatsanleihen eine Underperformance. Die Verengung der Spreads von High-Grade-Anleihen konnte die Zinsentwicklung nicht ausgleichen, während es dem auf mittlere Laufzeiten konzentrierten High-Yield-Markt gelang, dank einer gewissen Verengung eine leicht positive Performance zu erzielen. Aktien legten von ihren Tiefständen im Januar kräftig zu, blieben aber aufgrund der markanten Zinsentwicklungen volatil.

In unseren Kommentaren vom Januar wiesen wir darauf hin, dass sich die US-Wirtschaft in der zweiten Jahreshälfte 2020 wesentlich besser hielt als andere, unter anderem in einigen Segmenten wie Unternehmensausgaben, aber auch im Hinblick auf den breit angelegten Einkaufsmanagerindex des Dienstleistungssektors. Die Überraschung im Februar war, dass die US-Behörden, einschließlich Janet Yellen, ihr Bestes taten, um die Verabschiedung ihres Mammut-Konjunkturpakets von 1,9 Billionen USD durchzubekommen. Die meisten Fachleute und wahrscheinlich auch der Marktkonsens waren von einem kleineren Paket von unter einer Billion USD ausgegangen. Mit einem solchen Anschub im Umfeld einer ohnehin bereits robusten Wirtschaft werden die Karten neu gemischt, da hierdurch die Produktionslücke – zumindest in den USA – deutlich schneller geschlossen werden könnte als erwartet und eine Neubewertung der Erwartungen bezüglich der langfristigen, aber auch der mittelfristigen Zinsen durchaus gerechtfertigt wäre. Letztendlich wird die Wirtschaft wahrscheinlich profitieren, aber bei einem Anstieg sowohl der Nominal- als auch der Realzinsen von zugegebenermaßen niedrigen Niveaus ist mit erhöhter Volatilität bei Risikoanlagen zu rechnen, da die Bewertungen bereits recht angespannt sind und Gelegenheiten eröffnen.

Im Einklang mit diesem neuen Szenario war unsere bedeutendste Maßnahme um die Monatsmitte, das Durationsrisiko weiter auf 2,9 Jahre zu reduzieren. Wir verkauften zunächst 5-jährige US-Futures, da sie sich dank der aggressiven Käufe der Fed gut hielten und die Fed nach Konsenserwartungen den Status Quo sehr langfristig beibehalten würde. Später verlagerten wir das Engagement stärker auf den 10-jährigen Bereich, da sich die Kurve im Zuge der massiven Verkaufswelle zum Monatsende abflachte. Wir verkauften zudem weiterhin High-Yield-Engagements, die sich in verschiedenen Währungen wie USD, EUR und CHF zwar immer noch recht gut hielten, aber nicht mehr zu unserem neuen Szenario eines US-Fiskalpakets passten. Hierdurch erhöhte sich unsere Liquidität, und wir stockten unsere High-Yield-Engagements nur geringfügig auf, da die Bewertungen immer noch angespannt sind. Unser traditionelles Portfolio verzeichnete einen Wertverlust von 0,85% (vor Abzug von Gebühren).

Nach einer Versteilerung über den größten Teil des Monats flachte sich die Euro-Kurve abrupt ab. Unsere Long-Position in 100-jährigen österreichischen Titeln gegenüber 30-jährigen deutschen Bundesanleihen war etwas weiter. Unser nicht traditionelles Portfolio verzeichnete vor Abzug von Gebühren eine Rendite von -0,01%.

Seit Januar wurden unsere USD-Short-Positionen auf zyklische Währungen wie CAD, RUB und GBP konzentriert, die sich gut hielten. Wir nutzten eine billigere NOK, um unsere Long-Position gegenüber dem EUR aufzustocken. Unser Währungsportfolio verzeichnete eine Rendite von +0,01% (vor Abzug von Gebühren).

Der RAM (Lux) Tactical Funds – Global Bond Total Return Fund (Anteilsklasse B USD) beendete den Monat mit -0,93% (nach Abzug von Gebühren). Die Duration lag bei 2,9 Jahren, und die durchschnittliche Bonität entsprach AA.

* Quelle: RAM Active Investments