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Unsicherheiten rund um die US-Wahlen und COVID-19, Stress jedoch begrenzt

13 November 2020

Clement Perrette

RAM (Lux) Tactical Funds - Global Bond Total Return fund - Gilles Pradère Senior Fund Manager, Fixed Income

Die Märkte waren im Oktober von spezifischen Entwicklungen geprägt. Während die Zinsen in den USA angesichts einer erwarteten „Blauen Welle“ stiegen, gaben sie in Europa wegen der voraussichtlichen EZB-Maßnahmen als Reaktion auf den jüngsten Teil-Lockdown und schwache Wirtschaftszahlen nach. Die Kreditspreads entwickelten sich ungeachtet der deutlichen Kurskorrekturen bei US- und europäischen Aktien erfreulich.

Dank der Unterstützung der Zentralbanken hielten sich die Volatilität und der Finanzstress an den Märkten in Grenzen. US-Hochzinsanleihen erzielten eine positive Performance, obwohl US-Aktien nicht Schritt hielten und die Zinsen leicht höher waren.
Dieser Anstieg der US-Renditen lässt sich zum Teil durch die Erwartung einer umfassenden Stimulierung durch die Demokraten erklären. Eine andere Erklärung ist, dass das laufende quantitative Lockerungsprogramm in den USA die Treasury-Neuemissionen nicht mehr aufnimmt. Mit Blick auf das Wahlrisiko erscheint es unwahrscheinlich, dass die Demokraten eine Mehrheit von 60 Sitzen im Senat gewinnen werden. Folglich werden sie bei der Verabschiedung wichtiger Haushaltsgesetze zu einer Haushaltskonsolidierung gezwungen sein. Ferner achtet die Fed sehr genau auf einen deutlichen Anstieg der Realrenditen, der die Wirksamkeit ihrer Politik einschränken könnte. Diese beiden Faktoren könnten den Anstieg der Renditen begrenzen. Angesichts des erneuten Anstiegs der COVID-19-Fälle in Europa haben einige Länder wieder einen Lockdown beschlossen. Diese Entscheidung kam für die meisten unerwartet und sorgte daher für Unsicherheit. Da weite Teile der Wirtschaft aber geöffnet bleiben, werden die Auswirkungen nicht so gravierend sein wie im März.

Die Zinsen in Europa sind erneut auf Tiefststände gesunken und die Spreads haben sich vergleichsweise verengt. Vor diesem Hintergrund haben wir bei unseren Positionen auf Euro-IG-Unternehmensanleihen im Anschluss an eine solide Wertentwicklung Gewinne mitgenommen. Genau wie im September nutzten wir den Ausverkauf bei Aktien, um bei Tier-1-Anleihen großer Banken der Eurozone mit intakten Bilanzen einzusteigen, da sie für eine gute Kreditversorgung benötigt werden. Außerdem stockten wir unser Engagement bei Hochzinsanleihen aus den USA und der Eurozone auf, da sie auch künftig von Unterstützung profitieren dürften. Die Performance im Euroraum glich jene in den USA aus, sodass unser traditionelles Portfolio einen Wertzuwachs von +0,02% (vor Abzug von Gebühren) verbuchte.

Angesichts insgesamt stabiler Spreads gab es in unserem nicht traditionellen Portfolio genau wie im September kaum Veränderungen, und seine Performance lag bei -0,01% (vor Abzug von Gebühren).

Wir nutzten die Chance zur Diversifizierung und nahmen eine Long-Position auf JPY vs. EUR auf. Wir halten an unserer Long-Position auf NOK, SEK, CAD und nun auch JPY gegenüber dem USD und EUR fest. Die NOK schmälerte das Fondsergebnis etwas, als sich der Stress Ende des Monats verstärkte. Die anderen Währungen entwickelten sich jedoch überdurchschnittlich. Unser Währungsportfolio verzeichnete eine Rendite von +0,02% (vor Abzug von Gebühren).

Der RAM (Lux) Tactical Funds – Global Bond Total Return Fund (Anteilsklasse B USD) beendete den Monat mit -0,06% (nach Abzug von Gebühren). Die Duration lag bei 4,6 Jahren, und die durchschnittliche Bonität entsprach A.

 *Quelle: RAM Active Investments